Dienstag, 7. Juni 2022

Hallo Mensch!

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Hallo Mensch! - Meme made by @indextrader24 - Bildquelle: pixabay

Deutsche Bundesbahn - das 9 Euro Ticket ist der pure Wahnsinn!

Liebe Freunde des Lichts,
liebe Freunde der Liebe,

liebe Bahnenthusiasten,

was war das für ein Tag heute. 

Irre! Der schiere Wahnsinn! Unvergesslich!

Die Attribute für den Ausflug in den südlichsten Stadtteil von Düsseldorf - also nach Köln - sie liessen sich an dieser Stelle sicherlich noch endlos weiter aneinanderreihen - und dieser ganze Spaß hat nicht einmal 20 Hive gekostet.

Was für ein Erlebnis. Geschichten, die man sich noch in Generationen erzählen wird. Gemeint ist der Erlebniswert des 9 Euro Tickets, welches uns die Genossen rund um den Bundesolaf und seine Freunde bei den Grünen seit Anfang des Monats beschert haben.

Da ich heute etwas in Köln zu erledigen hatte, beschloss ich als Klimaversteher und deutsches querdenkendes Rindvieh (m/w/d) in einen der Viehwagons eines Regionalexpress zu steigen. Da ich erst die zweite U-Bahn erwischte freute ich mich, dass der RE1 bei meiner Ankunft im Bahnhof von Benrath am Nachmittag 20 Minuten Verspätung hatte. Glück braucht der Mensch, zumindest dachte ich mir das. Statt um viertel vor Voll zu kommen kam er erst um 5 Nach Voll. Einfach geniales Timing.

Dadurch konnte ich den Düsseldorfer Süden im Stadtteil Köln statt mit der S-Bahn in weniger als 30 Minuten erreichen. Kaum in Benrath angekommen stand ich plötzlich vor verschlossenen Türen des Bahnhofs. Ich zog und ruckte aber die Türen waren zu. Ein Blick durch die Fenster bestätigte - hier ist kein Durchkommen mehr zu den Bahnsteigen. Noch 2 Minuten verblieben mir um auf Gleis 2 zu kommen, da wo der RE 1 eintreffen sollte. Also einmal rechts am Bahnhof vorbei, da wo die Fahrräder immer zu den Gleisen geschoben werden dürfen. Und siehe da - die Seitentür war offen. Flux in die Unterführung und dann schnell die Stufen zum Glück erklommen und ab auf den Sonnendurchfluteten Bahnsteig.

Doch ich war nicht allein. Und schlau wie ich bin sagte ich mir: Hey - ich bin doch nicht blöd und steig in der Mitte ein, wo doch jeder, der von Zugunglücken eine Ahnung hat, weiss, dass scheinbar immer die mittleren Wagons am übelsten zugerichtet werden."

** Also ab nach vorne - und da kam er schon der RE1 in den Bahnhof...**

Kaum stand das Ding, da gingen die Türen auf und was ich sah verschlug mir die Sprache - dicht an dicht gequetscht standen da Menschen - schlimmer als in einem Viehwagon. Irgendwie schaffte ich es dann doch noch mich dünne zu machen und zwischen die Brüste einer Frau und die Ärsche hinter mir mich zu quetschen. Ich brauchte mich noch nicht einmal festhalten als der Zug einige Minuten verspätet wegen Problemen an irgendeiner anderen Tür weiter hinten, schliesslich anfuhr, so stramm sass alles. Und der Lokführer gab mächtig Gas. Tschabumm - da knallte es plötzlich an der Tür und alles vibrierte. Die junge Frau mit ihren strammen Oberteil erschrak sichtlich und ich sah sie schon vor meinem geistigen Auge mit der Tür nach draußen fallen - in die Turbulenzen des ICE der an uns vorbei donnerte. Ich konnte es mir nicht verkneifen die jungen Dame darauf hinzuweisen, dass es keine kluge Idee sei sich einfach an eine Tür eines Bahnwagons der deutschen Bahn zu stellen, da es mitunter vorkommen könnte, dass so eine Tür tatsächlich mal von selbst aufgeht - just wenn ein Hochgeschwindigkeitszug vorbeirast oder sei es nur weil die gut gewartete Elektronik der Deutschen Bahn ein Signal mal wieder falsch interpretiert. Zu oft habe ich bei der DB Türen gesehen auf denen hinter stand - Geschlossen wegen technischen Defekts. Die Fälle wo sie geöffnet haben hat man uns vermutlich all die Jahre immer verschwiegen. Die junge Dame reagierte umgehend und drehte ihren Rücken um 90 Grad so dass sie nicht mehr an der (noch) geschlossenen Tür rückwärtig lehnen musste...

Zapp - 8 Minuten waren vergangen und der RE1 traf bereits in Leverkusen Mitte ein. Noch ehe die Tür schliesslich aufging schauten auf uns durch die Fenster vollends schockiert die Fahrgäste in spe vom Bahnsteig aus an. Der Türalarm ging an und sofort fing ein Kind keine zwei Meter von mir an zu schreien, so laut, dass man es selbst noch 5 Wagons weiter wahrscheinlich hören konnte. Alles schwieg und wir vor der Tür stiegen kurz nach draußen, damit drei Leute raus konnten und sechs neue sich irgendwie noch dazwischen quetschen konnten.

Wieder dauerte es eine Weile bis der letzte Eindringling in den Wagon kapierte, dass er seine Füsse aus der Lichtschranke der Wagontür nehmen muss, damit diese auch zugeht. Erst dann schloss sich die Tür und auf ging es weiter nach Köln Mühlheim, einem weiteren Stadtteil von Düsseldorf der in bälde komplett eingemeindet werden soll. Das Blag, was anderes konnte es nicht sein, schrie immer noch wie am Spieß, selbst als wir die tollen Grafittis am Mühlheimer Bahnhof passiert hatten und bereits auf Köln Deutz zu steuerten.

Plöztlich schepperte eine Frauenstimmer durch die Lautsprecheranlagen des Zuges in einem Kauderwelsch und faselte etwas von hinterer Zugtraktion und dass doch alle nach hinten durchgehen sollten, weil im hinteren Teil des Zuges sogar noch Sitzplätze frei wären. Ja mei, warum hat sie dass nicht schon 20 Minuten vorhergesagt, denn dann hätte ich mir nicht das Schreien dieses Kindes all die Zeit anhören müssen. Zum Scherz um die angespannte Stimmung etwas aufzulockern intonierte ich mit fester Stimme dann rückwärts gewandt mit Blick auf die zum Bersten gefüllten Gänge und Sitze:

"Fahrkartenkontrolle! Ihre Fahrausweise bitte!"

Ja mei! Die Gesichter hättet ihr mal sehen sollen! Ungläubige Blicke die nach dem vermeintlichen Schaffner suchten... LOL! Was für ein Spaß - nicht nur für mich - auch für die Mädels die ebenfalls voll drauf reingefallen waren. Köstlich - ja wenn das Kind da nicht permanent am schreien gewesen wäre. Natürlich überließ kein guter Demokrat im Zug der Mutter mit ihrem Kind mal den Sitzplatz, damit es den Hunger stillen konnte und die stimmliche Vergewaltigung der Mitfahrer ein Ende nahm...

Schliesslich kam der Zug kurz vor der Rheinbrücke zum stehen kamen, damit die letzten Fahrgäste noch in Deutz zu steigen konnten. Von nun an wurden Sprachen gesprochen, die ich noch nie in meinem Leben gehört hatte - und lediglich das Schreien des Mädchens konnte ich noch verstehen, da es Hunger und noch mehr Hunger signalisierte.

Von Deutz aus ging es dann gemütlich mit viel ausländischem Kauderwelsch mit 30 km/h über den Rhein, damit der Dom keine Risse bekommt und die Fenster des Weltkulturerbes von Düsseldorfs größter Kirchengemeinde nicht sofort zu Bruch gingen.

Am Kölner Hauptbahnhof angekommen, begann der große Show Down. Was sich dort für Dramen auf den Bahnsteigen abspielten, lässt sich in keine Worte fassen. Die einen, wie ich drängten raus aus dem Zug und die anderen wollten rein. Ein Schieben, ein Drücken dann mal wieder vor und danach wieder zurück bis man wieder festen Boden unter den Füssen hatte. Dass es dabei nicht zu Handgreiflichkeiten ist schon ein echtes Wunder. Dazu die Lautsprecherdurchsagen, welche permanent über die Gleise des Hauptbahnhofes wabberten:

"Gehen sie weiter! Machen sie bitte die Ausgänge und die Treppen frei! Gehen Sie bis hinten durch! Sie können auch die Treppen in den Abschnitten D, E und F benutzen!"...

Ich hab von diesen Massen ein Video gemacht - doch leider darf ich aus Gründen des Datenschutzes Euch nicht diesen schieren Wahnsinn der sich am Kölner Hauptbahnhof abspielte nicht zeigen.

Natürlich hatte ich die Stadtbahn nach Niehl, wegen der Verspätung und den Menschen gemachten Problemen an den Wagontüren nicht mehr erwischt. Also verspätete ich mich bei meiner Verabredung im Kölner Norden.

Dauerte die Hinfahr für die 26 Kilometer noch knapp 2 Stunden, so dauerte die Rückfahrt am Ende mehr als zweieinhalb Stunden. Das beste an der Heimfahrt war die Hinhaltetaktik der Deutschen Bahn und die Ausreden, die man zu hören bekam. Erst hieß es der RE5 nach Düsseldorf würde sich um 15 Minuten verspäten. Flux gerechnet war klar, mit der S-Bahn fährst Du nicht, denn da bist zu ca. 8 Minuten länger unterwegs, selbst wenn der RE5 sich 20 Minuten verspätet wärst Du also besser dran. Also blieb ich an Gleis 1 und wartete - 15 Minuten, 20 Minuten, 25 Minuten...

Da kam eine Durchsage - der RE5 wird sich voraussichtlich wegen Türproblemen um 30 Minuten verspäten. Ich ärgerte mich bereits die S-Bahn nicht doch genommen zu haben. Also wartete ich und merkte dass der Akku meines Handys mit dem 9 Euro Ticket anfing zu schwächeln. 35 Minuten Verspätung wurde da angekündigt.

Wegen des nun einsetzenden Akkuproblems suchte ich die Information auf und macht prompt kehrt als die rund 15 Meter lange Schlange am Infoschalter sah an der ich sicherlich 1 Stunde hätte anstehen müssen. Also zurück auf den Bahnsteig von Gleis 1, was andere verkehrte die nächste halbe Stunde nicht nach Düsseldorf. Da entdeckte ich eine dieser sprechenden Infoterminals an denen die rechte Seite für Notrufe in Rot reserviert ist und die blaue Seite mit einem LED bestückten Infobutton sich dem Rat suchenden Bahnfahrer anbiedert, so wie jene Türknöpfe der Wagons, die dafür sorgen, dass die Türen am Zug mal auf und mal zugehen, wenn man auf sie drückt.

Kaum hatte ich um zwanzig vor Neun den Infobutton ein erstes mal gedrückt, da jodelt mit gefühlten 90 Dezibel die Mucke der Deutschen Bahn über den Bahnsteig und trällerte: "Wegen eines ungewöhnlich hohen Anrufaufkommens kann zur Zeit kein Anruf entgegen genommen werden. Bitte bleiben sie in der Leitung!" Trällermusik und danach wieder: "Wegen usw...."

Man was war mir das peinlich. Die Blicke der umstehenden Warten hättet ihr mal sehen sollen. Die waren sichtlich genervt. Dabei hatte ich gar keine Trällermusik bestellt und der Infomat mich weniger Sekunden später aus der Leitung gewürfelt. Also musste ich wieder den Infobutton drücken und wieder hörte der ganze Bahnsteig die Verlautbarungen von Anton in Tirol vom hohen Anrufaufkommen und der anschliessenden Trällermusik - nur mit dem Unterschiedn, dass dieses mal der Infomat das Gespräch bereits nach 30 Sekunden beendete. Beim dritten Versuch schaltet sich das Terminal schliesslich nach 10 Sekunden bereits ab. Man wird wissen warum...

Egal inzwischen hatte der Zug 40 Minuten Verspätung und ich wusste mit der S-Bahn wäre ich jetzt bereits in Benrath meinem Zielbahnhof angekommen.

Statt um 20:31 kam der RE5 nach Düsseldorf dann schliesslich um 21:16 MESZ mit einer dreivietel Stunde Verspätung. Applaus brandete auf dem Bahnsteig kurz auf und wich kurz darauf erneut ratlosen Gesichtern vor den Türen des Regionalexpress. Warum? Nun - ganz einfach - der Zug war komplett leer und keine Tür ging auf, egal wo. Die Zuggäste in spe drückten wie bekloppt auf den Button an den Türen, so wie ich zuvor auf dem vom Infomaten der deutschen Bahn. Irre - es blinkte zwar, aber nichts tat sich - die Türen blieben zu. Da kam schliesslich eine Lautsprecherdurchsage: "Es gibt Türprobleme ! Bitte treten Sie zurück!" Natürlich trat keiner zurück - und stattdessen rannten die Leute schon fast panisch vor Angst dass der Zug ohne sie jetzt losfahren würde, zu den anderen Türen und drückten und drückten - ohne dass die Türen sich auch nur einen Spalt regten.

In Gedanken sah ich den Zug schon mit geschlossenen Türen ohne die wartenden auf dem Bahnsteig abfahren. Was wohl passieren würde, wenn der Zug sich ohne die Fahrgäste in Bewegung setzt? Doch dazu kam es nicht. Plötzlich blinkte es an allen Türen grün auf, die Leute drückten fleissig auf den Button und schwupps - Sesam öffne Dich - die Türen gingen und einem leisen Schnaupfen und Prusten schliesslich auf und gewährte den Wartenden ausnahmsweise einmal Einlass, so dass kurz darauf die Zugfahrt fortgesetzt werden konnte. Um kurz nach 22 Uhr war ich schliesslich in Benrath angekommen. Natürlich war die Straßenbahn nach meiner Ankunft zwei Minuten zuvor abgefahren und so musste ich nochmals 18 Minuten auf den nächsten Durchlauf in Richtung Uni-Kliniken warten. Der einzige Trost der mir blieb, war die Aussicht auf einen Sitzplatz am Ende der Tram und das wissen darum, dass zumindest die Düsseldorfer Verkehrsbetriebe mich sicher zu meinem Velo an der Haltestelle Uni-Kliniken bringen würden.

So kam es schliesslich auch. Nun - endlich daheim - hoffe ich, dass ihr einen ebenso irren und verrückt wundervollen Tag gehabt habt. Was ich sonst so noch alles in Köln heute erlebt habe erzähle ich Euch dann vielleicht ein anderes mal.

Bleibt gesund und munter!

Licht und Liebe.

Peace!

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