Dienstag, 21. Juni 2022

🚑 Wenn der Zahn Ärger macht, dann ist es oft eine Pulpitis... 👀

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Rot dargestellt die Pulpa und die ZahnwurzelkanÀle eines Zahnes - Bildquelle - pixabay

Stechende Zahnschmerzen beim Wassertrinken? Oder kurze Schmerzen beim Eisessen? Wenn Sie sowas bemerken sollten Sie SOFORT zum Zahnarzt gehen, ehe die Kacke am dampfen ist und sie vor Schmerzen nicht mehr klar denken können.

Am Wochenende gibt es dafĂŒr den ZahnĂ€rztlichen Notdienst der erste Hilfe leistet. Ist ein Zahn bereits am Eitern oder schmerzt er dauerhaft oder ist sogar die Backe geschwollen dann ist in der Regel das Heiligste eines Zahnes - die Zahnhöhle (Pulpa) in der Regel unwiederbringlich geschĂ€digt und guter Rat wird besonders teuer.

Daher gilt bei Provokationsschmerzen (Essen Trinken, KĂ€lte, Luft usw) am Zahn, die auf den Beginn einer EntĂŒndung der Zahnhöhle (Pulpitis) hinweisen, unverzĂŒglich einen Zahnarzt aufzusuchen und die Ursache fĂŒr die Beschwerden zu finden.

In der Regel liegt einer Pulpitis eine Karieserkrankung des Zahnes zugrunde. So lange die Pulpa lebt besteht noch Hoffnung, durch Beseitigung eines Karies den erkrankten Zahn am Leben zu erhalten. Dies setzt freilich eine unverzĂŒgliche zahnmedizinische Behandlung und Beseitigung der Ursache voraus.

Wer wartet bis die Backe anschwillt oder die Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind der riskiert nicht nur das Leben seines Zahnes, sondern auch die Gesundheit seiner inneren Organe. Denn die Fortleitung bakterieller Keime aus der Pulpa und der Zahnwurzel kann bei ausbleibender Behandlung beispielsweise die Herzklappen durch eine bakterielle Endokarditis zerstören, was dann fĂŒr lebensgefĂ€hrlichen FolgeschĂ€den bei Erkrankten fĂŒhren kann.

Daher gilt es bei dem leisesten Verdacht einer Karieserkrankung oder auf eine Pulpitis entgegen zusteuern, ehe die EntzĂŒnfung irreversibel geworden ist und nur noch kieferchriurgisch behandelt werden kann.

Ein nicht sanierter Karies kann bei schlechter Mundhygiene innerhalb von wenigen Tagen rasch forrtschreiten. Daher bei Zeichen einer ZahnhöhlenentzĂŒndung SOFORT zum Zahnarzt.

Zwei Formen der Pulpitis gilt es zu unterscheiden:

  • die reversible Pulpitis, die in aller Regel durch kurz einschießende Schmerzen als Provokationsschmerz auf Wasser, KĂ€lte usw. beim Essen in Erscheinung tritt und wo die Chancen gut stehen, dass nach Beseitigung des Karies, der auch als SekundĂ€rkaries bei bereits stattgehabter ZahnfĂŒllung in Erscheinung treten kann, und durch eine möglichst antibakteriell wirksame FĂŒllung saniert werden sollte.

Wird der Karies nicht oder durch zeitliche Verzögerung zu spĂ€t behandelt, dann kann sich aus der reversible Form der ZahnhöhlenentzĂŒndung die

  • irriversible Pulpitis entwickeln, bei der die Bakterien schlussendlich den heiligen Gral eines jeden Zahnes, die Pulpa zerstören und sich in die Wurzel oder gar den Knochen und die Weichteile ausbreiten. Sollte es sich dabei sogar um multiresistente Keime handeln, dann wird es potentiell lebensgefĂ€hrlich.

Die SchĂ€den an der Pulpa, dem Lebensnerv eines jeden Zahnes sind dann dauerhaft und nicht mehr rĂŒckgĂ€ngig zu machen. Dadurch besteht die Gefahr, dass der betroffene Zahn zu einer Dauerbaustelle wird. Und solche Baustellen sind nicht nur schlecht fĂŒr die gesamte Gesundheit, sondern zudem meist auch noch ziemlich teuer.

In meinem Fall begann am Donnerstag Abend ein empfindliche Zahn sich zu melden. Freitag Mittag erneuter Provokationsschmerz, der gelegentlich auftrat. Seit dem mehrfach tĂ€glich antibakterielle MundspĂŒlung wegen meines Notdienstes, da ich bis heute morgen um 8 Uhr im Notdienst verfĂŒgbar zu sein hatte. Also ging es heute Vormittag nach der RĂŒckkehr nach Hause in die Zahnklinik vor der HaustĂŒr.

Ich selber vermutete ein beginnenden Interdentalkaries, da Ă€ußerlich nichts zu erkennen war. Gefunden wurde heute eine defekte AmalgamfĂŒllung, die seit mehr als 40 Jahren gute Dienste geleistet hatte. Auf eine Röntgenaufnahme verzichtete die Zahnklinik. Es folgte die Teilentfernung der AmalgamfĂŒllung, die Entfernung des SekundĂ€rkaries der sich unter der FĂŒllung gebildet hatte und der Einsatz einer ReparaturfĂŒllung.

Nun wird sich die kommenden Tage zeigen ob die entzĂŒndliche Reizung der so wichtigen Pulpa zurĂŒck geht oder fortbesteht.

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Sollte der Befund sich verschlechtern, dann wird eine Zahnwurzelbehsndlung wohl unvermeidlich sein.đŸ€”

Die kommenden Tage heißt es daher den Stress zu reduzieren und dem Immunsystem damit die Chance auf Ausheilung zu geben.

Da derzeit kein Dauerschmerz besteht ist von einer reversiblen Pulpitis auszugehen. Die Chance auf eine Rettung der Pulpa durch die SelbstheilungskrÀfte des Körpers ist somit weiterhin gegeben.

Merke: Bei Zahnschmerzen bzw. provozierbaren Schmerzen eines Zahnes - und seien diese auch nur kurz - nicht zuerst an Sensodyne, sondern an den unverzĂŒglichen Besuch beim Zahnarzt denken.

Auch hier gilt: Jeder Tag zÀhlt!

Peace & Love

✨🍀🙏

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