Donnerstag, 27. Juli 2017

Amazon - nachbörslich im Sinkflug....

Die Aktie von Amazon fängt an abzustürzen. Bei den extrem hohen Erwartungen des Marktes reicht schon ein Haar in der Suppe um die Aktie auf Talfahrt zu schicken. Angesichts der Bewertung des Unternehmens ist dies nicht verwunderlich.

Das Unternehmem verdient so wenig, dass man sich fragen muss, wie der Laden jemals in den nächsten 200 Jahren seine Marktkapitalisierung verdienen will.

Zitat aus dem Zahlenwerk:

"Operating income decreased 51% to $628 million in the second quarter, compared with operating income of $1.3 billion in second quarter 2016.

Net income was $197 million in the second quarter, or $0.40 per diluted share, compared with net income of $857 million, or $1.78 per diluted share, in second quarter 2016."

Aufs Jahr hochgerechnet verdient man, wenn man die Ergebnis addiert vermutlich gerade mal 1.6 USD je Aktie. Der Kurs der Aktie liegt bei über 1000 Dollar. Trotz eines Umsatzanstieges verdient man weniger als im Vorjahr. Man möchte schon von einem Einbruch der Gewinne um mehr als 70 Prozent sprechen. Das Kursumsatzverhältnis auf ein Jahr hochgerechnet liegt bei rund 5 - auch dies eine um rund 80 Prozent zu hohe Bewertung. Fair wäre ein Kursumsatzverhältnis von 1 maximal 2. Für ein start up Unternehmen mag ein KBV von 5 ok sein - gerne auch 10. So wie bei Amazon in seinen ersten Jahren nach der Gründung - nicht aber wenn ein Unternehmen derart groß geworden ist, dass die Bewertung nicht mehr der Realität entspricht. Und der Laden ist mit über 400 Milliarden US-Dollar bewertet. Da ist jeder deutsche Automobilproduzent produktiver.

Allerdings mehr als unverschämt sind jene Banker, die die letzten Lemminge in die Aktie getrieben haben, in dem Sie in unverschämter Weise - wie immer bei Topbildungen Kursziele nannten, die aus technischer Sicht nicht tragbar sind - geschweige denn tragbar realistisch sind. Es sind im übrigen die gleichen Quacksalber, die in Tiefpunkten zum Verkauf anstatt zum Kauf raten. Stets die gleichen Schemata der Anlegertäuschung. Eigentlich gehören sollte Banker hinter Gitter, die derart pervers die Massen versuchen hinters Licht zu führen. Aber das ist Börse. Die einfachen Gemüter werden fortlaufend betrogen von Bankern in Nadelstreifen, die sich als "Experten" ausgeben und die wahren Perlen an den Aktienmärkten erst dann der Masse auftischen, wenn sie sich mit den betreffenden Aktien vollgesogen haben - noch schlimmer aber sind dreiste Kaufempfehlungen, wenn klar zu erkennen ist, dass Topbildungen am laufen sind und der Markt gegenteilige Signale aussendet.

Bei Amazon bestehen, wie schon vor einiger Zeit ausgeführt massive Abwärtsrisiken. Bereits gestern konnte man beobachten, wie in den Anstieg hinein Positionen größeren Ausmaßes gegeben wurden, sprich das smart money und große Adressen waren im Vorfeld der Zahlen am abladen und hatten zu diesem Zweck ihre Marktschreier noch einmal mit Kaufempfehlungen hinaus geschickt. Verbrecher kann man da nur sagen...

Das Alltime High bei Amazon dürfte wohl die Spitze einer der größten Blasenbildungen seit der South Sea Company im 16. Jahrhundert darstellen. Machen wir es kurz - mit Blick auf die Musterbildung müssen Longanleger damit rechnen massive Verluste einzufahren. Wenn Blasen plaltzen, dann richtig. 90 Prozent Verlust wären ein Kursziel bei rund 108 Dollar je Aktie auf lange Sicht. Klar, dass sich das niemand wirklich vorstellen kann. Aber schaut man sich die Entwicklung beim Schweizer Franken an, so muss die Schweiz wohl auf die Käufe der Amazon Aktien durch die SNB vermutlich demnächst massiver Verluste einplanen und später entsprechende Abschreibungen vornehmen. 

Die Schwäche des Schweizer Franken könnte daher auch Ausdruck einer Risk off Phase der Marktteilnehmer sein, die mit Blick auf das hohe Exposure der SNB bei den FANG Aktien vermutlich erneut das Vermögen der Schweizer Bürger zerstört. Die SNB könnte in der Folge gezwungen sein ihre Positionen in den FANG Aktien zu liquidieren, was dann auf die FANG-Werte wohl massiven Abwärtsdruck und am Ende eine Abwärtsspirale auslösen könnte. Auf jeden Fall sind bei Amazon seit heute alle Ampeln auf Rot gesprungen. Shortpositionen sind, sofern man nicht schon short positioniert durchaus eine Überlegungen wert. Nur sollte man dabei nicht Haus und Hof verwetten.

Wenn aber die ganze Welt anfängt 3 oder 4 Amazon Aktien zu verkaufen, dann bekommt der Kurs und das Großkapital generell ein Problem. Heute gab es wahnsinnige die noch vor Börseneröffnung meinten für mehr als 200 000 USD Aktien in der Luftnummer zu kaufen. Das aus 200 000 USD am Ende nur noch 20 000 USD übrig bleiben, scheinen diese Anleger kaum wahrhaben zu wollen.

Wer schon einige Jahre an der Börse ist, der weiß, was es heisst zu Mondpreisen Aktien zu kaufen und wie schwer dann beim Ende des Haussezyklus die Verwerfungen werden können.

Es gibt bei Amazon von nun an verschiedene Möglichkeiten für eine Topbildung - beispielsweise eine komplexe SKS-Formation mit Nackenlinie bei ca. 910 USD je Anteilsschein. Im Bereich um 900 USD könnte die Amazonaktie in einem solchen Szenario versuchen eine zweite Schulter auszubilden, die dann aber bearish nach unten vermutlich in der Folge dann später nach einem kurzen bounce das Ende aller Longenthusiasten bedeuten dürfte.

Fazit: Finger weg von überteuerten Aktien. Wann und wo eine Aktie wie Amazon ihren Boden finden wird, bleibt abzuwarten. In Hochpunkten sollte man antizyklisch das Weite suchen. Amazon hat extrem viele Schulden. Die Kupons mit 3-4 Prozent dürften eines Tages möglicherweise zu einer Belastung für Amazon werden. Auch ist schleierhaft warum Amazon diese Schulden nicht schon längst umgeschuldet hat um die Zinslasten zu senken. Ein klarer Managementfehler - vor allem mit Blick auf die Laufzeit der Anleihen. Ob Amazon seine Schulden in der Zukunft bezahlen kann steht ebenso in den Sternen.



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