Dienstag, 4. Juli 2017

Die Favoriten der Tour de France mit Chris Froome, Romain Bardet, Marcel Kittel und dem Maillot jaune im Neandertal...

Am Sonntag gewann Marcel Kittel einer der beiden deutschen Hoffnungsträger für den ein oder anderen Etappensieg bei der Tour de France die Etappe von Düsseldorf nach Lüttich.

Dabei musste das Feld der Fahrer der Tour de France, das in Düsseldorf gestartet war durch das gut besuchte Neandertal auf den Spuren des Homo neandertalensis hindurch nach Lüttich.

Im folgenden einige Impressionen von der Tour de France Premiere im geschichtsträchtigen im Neandertal. Am Neandertalmuseum hatten die Organisatoren zwar ein riesige Leinwand nebst Fluchtwegen, für den Fall einer Massenpanik aufgebaut.

Doch die Tour verlief bei ihrem Start in Deutschland ohne schwere Zwischenfälle, so dass die Sicherheitsteams gewiss erleichtert aufgeatmet haben dürften, nach dem die Tour Deutschland verlassen hat.

Die Menge hatte sich offensichtlich schon lange vor dem Start der Tour bei trockenen Witterungsbedingungen entlang der weiträumig gesperrten Strecke eingefunden. Man verfolgte die Tour beim public viewing oder machte es sich weiter weg gemütlich oder tanzte als Neandertaler verkleidet auf dem Dach eines Busshäuschens. Wer gute Sicht haben wollte, der musste, wie einst der Neandertaer auch, sein Glück weiter oben suchen, was auch durchaus ohne großen Aufwand gelang....

Neandertaler - freie Interpretation des Jahres 1928

Die wilde Schönheit der Natur bot einen stimmigen Rahmen für die zweite Etappe und den Beginn der Tour der Leiden, die diesmal ihren Start in Deutschland nahm.


Das erste Mitglied der zweiten Tour Etappe erreichte im gelben Trikot der Polizei Mettmann unter großem Beifall  und den Jubelrufen der Schaulustigen sichtlich mühend als erster den Anstieg nach Mettmann 

und dies bereits lange vor der Ankunft der Ausreißergruppe, die sich schon kurz nach dem fliegenden Start an der Fischerstrasse in Düsseldorf vom Peloton um zeitweise mehr als 3 Minuten bereits nach wenigen Kilometern auf dem Weg zum Neandertal abgesetzt hatte. 

Zuschauer waren teilweise als Neandertaler kostümiert und tanzten auf den Dach eines Bushaltestelle sehr zu Belustigung der Zuschauer - andere hatten es sich rechts und links der Wegstrecke gemütlich gemacht und warteten auf die Ankunft der Fahrer dieses sportlichen Großereignisses.

Die Vierergruppe der Ausreißer zog mit Leichtigkeit den Anstieg in hoher Geschwindigkeit von rund 40-50 km/h mühelos hoch, nach dem bereits zahlreiche Motorräder und Fahrzeuge des Tourtross die Zuschauer rechts und links der Strecke auf die Ankunft der Fahrer vorbereitet hatten.

Ausreißergruppe rund 3 Minuten vor dem Hauptfeld....


Kurz darauf kündigte der über dem Tal einschwebende Hubschrauber des franzözischen Fernsehteams die Ankunft der Hauptfeldes an. Unter großem Beifall und Anfeuerungsrufen rauschte das Peloton mit dem Skyteam und den Superstars Chris Froome, dem viermaligen Toursieger und seinem Edelhelfer Richi Porte und dem Träger des gelben Trikots Germain Thomas, ebenfalls au dem Skyteam mit seinen Helfern an der Spitze an den Zuschauern binnen weniger Sekunden vorbei.



Im folgenden Bild sind drei der Superstars der Tour de France zu sehen. Der rote Pfeil zeigt auf Richie Porte, der weisse Pfeil auf Chris Froome und der gelbe Pfeil auf den Träger des gelben Trikots Germain Thomas, der das Zeitfahren auf der ersten Etappe beim Grand Depart in Düsseldorf am Samstag gewonnen hatte. Das Skyteam präsentierte sich mit diesen starken Fahrern als Favoriten für die Manschaftswertung der diesjährigen TdF.


Den Anstieg im Neandertal meisterten die Profis ohne Mühe und der zweite Teil des Feldes mit Peter Sagan zog vorbei. Darunter auch der spätere deutsche Etappensieger Marcel Kittel vom Team Quickstep.


Direkt hinter der Spitze des Peloton folgten Romain Bardet, Er könnte dieses Jahr die Tour de France als Bergspezialist und Aufsteiger der letzten Jahre durchaus gewinnen, nachdem die Tour für den Rest des Feldes und andere Teams durch den neuen Streckenverlauf mit nur drei Bergankünften etwas freundlicher gestaltet wurde und Chris Froome in diesem Jahr dadurch mehr Mitstreiter auf den Gesamtsieg bekommen dürfte.

Marcel Kittel - siehe weißer Pfeil - der die Etappe nach Lüttich gewann, rollte zwar iim Neandertal mit seinem Team nicht an der Spitze mit, was aber bei der Tour auch zu Beginn einer Etappe nicht erforderlich ist, weil das Peloton jene Ausreiße, die den Favoriten gefährlich werden könnten in aller Regel im Lauf eines Rennens wieder einholt. Ein Mitglied des Teams von Quick Step war dabei zuvor offenbar an der Spitze des Pelotons entsandt worden. Die Stärken des deutschen Weltmeister liegen ganz klar im Sprint. Er dürfte sich bei der diesjährigen Tour mit Peter Sagan einen Zweikampf um das grüne Trikot entfachen. Motiviert und ausreichend locker schien er bei Durchfahrt zu sein, wie man unschwer an seiner entspannten "Hochgeschwindigkeitsfahrt"  durch das Neandertal bergan erkennen kann.


Im Vordergrund des Bildes ist Romain Bardet, der Hoffnungsträger der Grand Nation und als Geheimfavorit auf den Gesamtsieg bei der Tour der Leiden in diesem Jahr zu erkennen. Ich habe ihn vorsorglich mal mit einem gelben Pfeil kenntlich gemacht. Der letztjährige Tourzweite und die große Hoffnung der Franzosen auf einen Toursieg nach mehr als 20 Jahren seit den Zeiten von Bernad Hinault sollte später kurz vor der Ankunft in Lüttich in einem Crash verwickelt werden. 

Er erreichte das Ziel, ebenso wie die anderen Fahrer dann doch noch, nachdem er ein neues Fahrrad von seinen Tourbegleitern bekommen hatte. 

Die Favoriten waren im Neandertal bei ihrer Durchfarti durchgehend von ihren Teams gut  zu den Zuschauern abgeschirmt. Auch der aus Kolumbien stammende Bergspezialist Nairo Quintana , dessen Edelhelfer und Mitfavorit Alejandro Valverde sich beim Zeitfahren zum Auftakt der Tour in Düsseldorf die Knieschreibe bei einem Sturz brach, war kurz zu sehen und hielt sich ebenso wie die anderen Stars von der Masse, die an der gegenüberliegenden Strassenseite stand, fern. Für das Team rund um den Kolumbianer wird es bereits jetzt absehbar eine schwere Tour, da bereits zum Beginn der TdF Verletzungssorgen dem Team arg zugesetzt haben, welche letzten Endes auch dem bereits letzte Woche dargestellten schlechten Zustand der Strassen in Düsseldorf mitgeschuldet sein dürfte und zudem auch durch die Düsseldorfer Streckenführung und unzureichende Sicherung der potentiellen Unfallschwerpunkte beim Zeitfahren durchaus vermeidbar gewesen wäre...



Das gesamte Feld rauschte viel zu schnell an den Zuschauern vorbei  aber man bekam mal einen Eindruck, wie eine solche Veranstaltung auf die Zuschauer wirkt. Im Gegensatz zu den Franzosen, die ihre Strassen stets mit den Schriffzügen ihrer Lieblingsstars zierten, waren derlei Verzierungen des Streckenverlaufs im Neandertal nicht zu finden. Dies mag daran liegen, dass die Deutschen die Tour gar nicht so oft zu Gesicht bekommen und diese vielleicht erst wieder in 30 Jahren in der Region vorbei schauen wird. Die interessantesten Phasen der Tour dürften zweifelsohne die schweren Bergetappen wieder werden - zumal diese auch für die Zuschauer mit wesentlich mehr Einblicke der dann vorbei rollenden Fahrer verbunden sein dürfte. Es ist ohne Zweifel beeindruckend mit welcher Leichtigkeit die jungen Athleten den Anstieg nehmen. Dies dürfte aber bei den kommenden Etappen kaum noch so weiter gehen. Denn wer die Alpen kennt, der weiß, was da für brutale Anstiege auf die Profis warten.

Man merkt, das der Profiradsport ihre Leidenschaft ist - anders kann man nicht erklären, warum Menschen freiwillig, selbst mit einer Hightechausrüstung solche Strapazen auf sich nehmen. Freilich verdienen einige Fahrer Millionen dafür, während andere nur den Mindestlohn bekommen. Wer die Millionen verdient und wer letztenendlich ganz vorne mitmischen darf, bestimmen dabei nicht nur Talent, sondern auch die Interessen der Leute im Hintergrund. 
Dabei ist die Tour de France ein Milliardenspektakel. Nicht ohne Grund leert ein Peter Sagan nach seinem Toursieg bei der dritten Etappe die Flasche eines nahmenhaften Wasserproduzenten demonstrativ vor laufender Kamera komplett aus um dann noch für die Sponsoren und die Zielgrippe dieser Promotion in die Kamera zu rülpsen. Ob der Rülpser in die Kamera der weltweiten Zuschauer dabei aber den Vorstellung der feinen Damen und Herren des Wassersponsors entspricht darf bezweifelt werden. Aber sie werden es ihm verzeihen, solange er mit "ihrem" Wasser Siege erringt und dem Team weitere Erfolge beschwert. Sagan weiß halt, wie er seine Sponsoren in Szene setzt. 

Auch dies ein Grund dafür, dass er Millionen bekommt - auch wenn er sicherlich nicht den Biss und Ehrgeiz haben dürfte, die Tour gewinnen zu wollen. Dafür müsste er nämlich weit über seine Grenzen hinaus gehen und bereit sein sich bis zum letzten zu quälen. Dies wird er meines Erachtens aber wohl kaum machen.

Sieger der Herzen  bei der TdF - abseits des Mainstreams... 



Manch ein Zuschauer an der Strecke im Neandertal hatte sicherlich gehofft,dass die Radprofis etwas langsamer vorbei zögen, aber den Gefallen taten diese den Leuten nicht und so schossen sie auch im Anstieg an den Massen vorbei, die da nur noch das nachsehen hatten...



Doch nachdem die zahlreichen Begleitfahrzeuge nebst Autotransporter und einige Teamhelfer der Profis, die ihre Kapitäne versorgten die Strecke passiert hatten, kam in diesem Jahr ein ganz besonderer Besenwagen am Ende der Tour vorbei. Hupend brachte der lustige Gesell in Form eines 2CV-Citroen, dem wohl größten Exportschlager Frankreichs nach Wein und Champagner, dann doch noch einen heiteren Abschluss und auf so manch enttäuschten Gesichtsausdruck machte sich doch noch ein Lächeln breit... 



Freilich darf man gespannt sein wie viele Hupen die Ente auf ihrem Weg durch die Berge bis nach Paris dabei verschleißen wird. Dem Marktwert des Kultautos aus Studentenzeiten, mit dem ich schon vor mehr als 25 Jahren in die Alpen zum Skilaufen gefahren bin, dürfte es kaum schaden. Die Preise für die alten Exemplare sind in den letzten Jahren stark gestiegen...

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