Mittwoch, 8. August 2018

Jahrhundertdürre - kommt heute endlich der lang ersehnte Regen?

Dieser Sommer ist und war, das steht jetzt schon fest, ein Sommer ohne Regen - zumindest in Europa.
Während große Teile Ostafrikas unter sinflutartigen Regenfällen zu leiden haben, hat die Dürre Deutschland und große Teile des europäischen Kontinentes im Griff. Der Zustand der Wälder und der Bäume ist als desolat zu bezeichnen.
Auch in den letzten Tagen habe ich gefühlt 500-700 Liter Wasser auf notleidende - klinisch schon tot erscheinende - Eichen, Birken und Linden geschüttet. Allein am Sonntag war ich dafür 3 Stunden mit meinen beiden Wassereimern unterwegs, nach dem ich am Freitag bereits den ganzen Tag die schlimmsten Problemfälle versucht habe zu retten. Natürlich ist all dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Doch wenn 30-50 Jahre alte Eichen bei der Dürre derart in die Knie gehen, das kein einziges grünes Blatt mehr zu sehen ist, dann ist der Dürretod selbst dieser schon gestandenen Bäume meines Erachtens nicht mehr fern. Ob die Interventionen von mir fruchten werden, werde ich wohl erst nächstes Jahr sehen. Ich hoffe nun darauf, dass die für den Westen angekündigten Gewitter und der Regen in den kommenden 24 Stunden dann endlich auch fruchten werden und das Wetter sich mit ordentlichen Niederschlagsmengen - zumindest in der Nacht endlich wieder meldet.
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Mehr als zwei Wochen nach meiner Bitte beim Gartenbauamt hatte sich ein Forstwirt am Freitag zu den notleidenden Birken veriirt. Doch gesehen habe ich ihn nicht. Das Auto hatte er sinnigerweise im Schatten geparkt - doch bewässert wurde nichts - auch nicht in den Tagen danach. Logisch dass ich also weiter die Eimer von der Oase zu den Jungbäumen gebechert habe und diesen bestmöglichst Überlebesnhilfe zu leisten.
Erschreckend war der Zustand der Eichen, die binnen einer Woche sämtliches Grün verloren haben und scheinbar kurz vor dem Dürretod standen - und das waren 30-50 Jahre alte Exemplare. Folglich wurden von mir auch diese, wenn ach nur notdürftig mit einigen Eimern voll Wasser begossen. Ob es geholten hat? Ich weiss es nicht - hoffe aber schon...
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Die Kaninchen, die sonst auf den Wiesen zu sehen waren, habe ich schon seit Wochen nicht mehr gesehen. Die Bauten scheinen verlassen zu sein. Ob und wie stark die Kaninchenpopulation dezimiert wurde bliebt unklar. Man kann nur hoffen, dass die Tiere zäh und mobil genug sind die Trockenheit zu überstehen.
Die Situation der Linden auf dem Campus ist ebenso desolat. Der oder die Hausmeister scheinen hier sich für nichts zuständig zu fühlen, ebenso wie zahllose Studenten und Besucher, die sich teilnahmslos zeigen, was das Leid der Bäume angeht. Ich hatte extra sechs Wassereimer am Freitag mitgenommen. Doch Einsatzfreude bei dem jungen akademischen Nachwuchs? Fehlanzeige. Auch hier scheint zu gelten, was für so viele Politiker gilt. Aus dem Kreissaal in den Hörsaal und nach mir die Sinnflut...
Zwei angehenden Wirtschaftsstudenten saßen gelangweilt unter einer schattigen Platane. Auf die Frage von mir, ob sie Lust hätten ein paar Eimer Wasser mit auf die Bäume zu kübeln meinte einer der beiden: "Nein!".
Nun fragte ich ihn, was er denn mal werden wollte. Seine lapidare Antwort: "Banker!"
"Ok!", meinte ich zu ihm, "Du bist gerade bei der Eignungsprüfung durchgefallen! Leute wie Dich würde ich nie einstellen."
Das hatte gesessen - und der vermeintliche Banker dürfte mit dieser Einstellung generell im Leben nicht weit kommen, sondern meines Erachtens Schiffbruch erleiten.
Wesentlich erbaulicher war da schon die Reaktion eines Mathematikstudenten - der gerne geholfen hätte aber zu einer Klausur musste. Am Ende hätte ich mir den Kauf der sechs Eimer sparen können. Denn Studenten scheinen kein wirklich reges Interesse an ihrer natürlichen Umwelt zu haben - und daddeln wahrscheinlich noch auf ihren Handys herum, wenn bereits das letzte Stündlein geschlagen hat...
Die Generationen X und Y scheinen mir vom Leben ziemlich verwöhnt zu sein. Eine Generation von Menschen, die größtenteils als Einzelkinder aufgewachsen sind und in vielen Fällen per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind. Vielleicht färbt die ab bis tief ins Unterbewusstsein - nicht nur im zwischenmenschlichen, sondern auch im Umgang mit der natürlichen Umwelt...
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Sechs Eimer Wasser bekam von mit allein die notleidende Linde vor der juristischen Fakultät der Universität auch wenn sie gefühlt nur noch sechs lebendige Blätter am gesamten Baumsekelett vorzuweisen hatte. Katastrophal ist hingegen die Situation am Parkplatz. Dort waren mindestens acht Jungbäume klinisch tod - total vertrocknet. Auch eine Eiche die schon stand als ich vor 30 Jahren studierte, war in einem mehr als erbärmlichen Zustand der Dürre. Die Eiche allein bekam von mir rund 90 Liter Wasser spendiert. Die vertrockneten Jungbäume mussten sich mit jeweils rund 10 Litern begnügen...
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Das Ergebnis dieser schweißtreibenden unentgeltlichen Arbeit wird man wohl erst in einem Jahr sehen - hoffe ich zumindest. Hilfreich wäre für alle nun endlich ein langer Landregen - oder zumindest ein kontinuierliches Schauerwetter, welches geeignet wäre diese Notmassnahmen zu einem happy end zu führen.
Zusammengerechnet dürfte die von mir begossenen Bäume es auf schätzungsweise 700 Baumjahre bringen. Bedenkt man dabei das ein hunderjähriger Baum im Jahr rund 6.3 Tonnen CO² bindet und rund 4.5 Tonnen Sauerstoff bildet und rund 1 Tonne Feinstaub aus der Luft filtert, wäre bei einem hundert prozentigen Erfolg meiner Rettungsmassnahmen die gesamte ökologische Schulde meines Lebens und aller Freunde beglichen, vor allem wenn man bedenkt dass die Bilanz dieser Rettungsmassnahme sich jedes Jahr um rund 50 Baumjahre weiter verbessert ...
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wären dann auf 700 Baumjahre der von mir bewässerten Bäume schon rund 45 Tonnen Kohlendioxid gebunden worden und mehr als 31 Tonnen Sauerstoff jährlich auf der Habenseite zu veranschlagen, die mit nahezu unglaublich geringen Mittelaufwand von gerade mal rund 1000 Litern Wasser nachhaltig erzielt werden konnten - sieht man von den rund 20 Stunden schweißtreibenden Eimerschleppens mal ab, welche die ganze Aktion gefordert hat und bei der mein Fahrrad mir eine wichtige Hilfe war - ganz im Gegensatz zu den intellektuellen Schwätzern im ASTA, die mit ihren 20 Leuten zwar am Palavern waren, als ich sie um Mithilfe bat, aber am Ende nichts zustande brachten und ihren Allerwertesten nicht hoch bekamen, so wie die meisten Sozialisten im Land, die gerne vom Schweiße der anderen leben, aber selber tunlichst alles unternehmen um selber nur nicht wirklich mal produktiv zu arbeiten. Scheinintellektuelle halt...
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Lediglich ein Heizungsmonteuer half  einmal beim Eimerschleppen mit und eine Studentin zeigte sich hilfsbereit die Bäume zu bewässern. Die restlichen Handychaoten an der Uni konnte man getrost in die Tonne kloppen und waren um keine Ausrede verlegen, wenn es darum ging sich vor der Arbeit zu drücken...

Dafür konnte man aber in den Stadtteilen den ein oder anderen normal gebliebenen Menschen treffen, der sich nicht zu schade war auch mal die Kastanien mit zu gießen. Zumeist Menschen aus einfachen Verhältnissen...
Carpe noctem
IT24

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