Samstag, 1. Dezember 2012

Wenn die Not aufs höchste steigt...


Liebe Leserin, lieber Leser,

gestern abend war ich in der Oper in Düsseldorf und es war in jeder Beziehung ein hinreissender und bezaubernder Abend. Und wenn Sie die Hänsel und Gretel in Düsseldorf noch nicht gesehen haben, so kann ich ihnen die Oper nur ans Herz legen.

Wir hatten grosse Freude und viel Spass. Bereits vor Beginn der Aufführung versammelten sich die Kinder am Orchestergraben und schauten andächtig im Halbdunkel des Zuschauerraumes den letzten Vorbereitungen des Orchesters zu. Da standen sie nun und schauten rechts und links des Orchestergrabens über die Brüstung und hielten inne. Keine Frage - eine Oper ist für Kinder sicherlich spannender als ein Kino- oder Fernsehabend. Doch all dies war erst der Anfang zu einem wundervollen Abend. Schon beim Bühnenbild zeigte sich wahrhaft die meisterhafte Kunst der Bühnenbildner bis in letzte Detail. Die hervorragende Gestaltung des Bühnenbildes unterstrich zudem die Klasseleistung der Darsteller. Eine Glanzleistung löste die andere ab - die musikalische Begleitung durch das Orchester unterstrich die heiter fröhliche Grundstimmung von Hänsel und Gretel die es vorzüglich verstanden das Publikum mit zu reissen. Auch erinnerte die Oper von Hänsel und Gretel daran, dass Hunger in der Geschichte der Menschheit eher die Regel, als die Aussnahme war...

Manches Kind stimmte so denn still und leise mit in die Oper ein...

"Wenn die Not aufs höchste steigt,
Gott der Herr die Hand euch reicht!"

Mit den Füßchen tapp tapp tapp,
mit den Händchen klapp klapp klapp,
einmal hin, einmal her,
rund herum, es ist nicht schwer!

Mit dem Köpfchen nick nick nick,
mit dem Fingerchen tick tick tick,
einmal hin, einmal her,
rund herum, es ist nicht schwer… (Hänsel und Gretel)

(Der Vater):

Ra-la-la-la, ra-la-la-la,
heißa Mutter, ich bin da!
bringe Glück und Gloria!

Ach, wir armen, armen Leute,alle Tage so wie heute:
In dem Beutel ein großes Loch,
und im Magen ein größ'res noch.
Ral-la-la-la, ra-la-la-la,
Hunger ist der beste Koch!
Ral-la-la-la, ra-la-la-la,
Hunger ist der beste Koch!

Ja, ihr Reichen könnt euch laben,
wir, die nichts zu essen haben,
nagen ach, die ganze Woch',
sieben Tag' an einem Knoch'!
Ral-la-la-la - bringe Glück und Gloria!

Schluss:

Der Vater

Merkt des Himmels Strafgericht:
Böse Werke dauern nicht.
Wenn die Not aufs höchste steigt,
Gott der Herr sich gnädig zu uns neigt!
Ja, wenn die Not aufs höchste steigt,
Gott der Herr die Hand uns reicht!



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