Dienstag, 25. Februar 2014

Im Gedenken an die Lawinenopfer von 1999

Im Jahre 1999 gingen in der letzten Februarwoche mehrere Lawinen in Österreich in Galtür und zuvor in der Schweiz in Evolene nach heftigen Schneefällen ab und begruben zahlreiche Menschen unter Meterhohen Schneemassen. Viele Herzen hörten auf zu schlagen. Der weisse Tod kam für die meisten vollkommen überraschend.

Eine Freundin von mir starb damals bereits bei ihrer Anreise ins Skigebiet von Evolene (Schweiz) zusammen mit ihrem Lebensgefährten, als in der Nacht ihrer Anreise das Auto im Tal auf der Strasse offenbar von einer abgehenden Lawine erfasst wurde und beide unter sich begrub, ehe sie noch ihr Ziel erreicht hatten. Erst nach ca. 1 Woche wurden sie gefunden und konnten nur noch tot aus ihrem zerstörten Auto, das von der Lawine mitgerissen wurde, geborgen werden. 

Hätten sie die betreffenden Stelle - während ihrer mehr als 800 Kilometer langen Anreise auch nur 1 Minute früher passiert oder hätten sie sich auch nur 1 Minute verspätet - sie wären nicht gestorben und würden heute noch leben. Inzwischen sind bereits 15 Jahre vergangen und es kommt mir vor als wäre dies alles gestern gewesen. Doch wir sind älter geworden und es ist eine Gnade und ein Geschenk alt werden zu dürften, denn auch dies ist nicht selbstverständlich.

Im Gedenken an die Opfer der Lawinen und im Gedenken an Birgit Wegner - möchte ich hiermit daran erinnern, dass das unser aller Leben jeden Tag aufs neue ein Geschenk ist.

Wir sollten den Menschen, denen wir begegnen mit Anstand und Liebe entgegentreten und uns ebenso von Ihnen jeden Tag von Herzen verabschieden, denn wir wissen nicht, ob wir sie morgen noch einmal wiedersehen werden.

Wir nehmen es stets als selbstverständlich hin, dass es ein Morgen gibt - für uns, für unsere Kinder und unsere Liebsten. Doch dies ist nicht selbstverständlich. 

Nichts wäre schlimmer als der Gedanke bei der letzten Begegnung mit einem geliebten Menschen diesen nicht in Liebe verabschiedet zu haben. Ist der Mensch, den man in sein Herz geschlossen hat, erst einmal tot, so kann man nichts mehr nachholen. Was bleibt ist die Erinnerung an die schönen Momente, die man gemeinsam verbringen durfte.

Frieden kann der Mensch nur in der Liebe finden - und nie im Streit. Der Tod ist unser steter Begleiter - viele Dinge passieren - ohne dass wir auch im Entferntesten daran gedacht hätten, dass sie uns oder unseren Nächsten passieren würden.

Berthold Brecht sagte einmal: "Der Regen kehrt nicht zurück nach oben und wenn die Wunde nicht mehr schmerzt, dann schmerzt die Narbe."

Mögen die Eltern und Angehörigen der Verstorbenen diesen Schmerz im stillen Gedenken an die endlose Liebe ihrer Kinder als Botschaft der Liebe in die Welt hinaustragen, damit diese eine bessere, eine ehrlichere und eine liebevollerer Welt wird, als sie heute ist. In der Menschen nicht für Profit und Gier sterben müssen, sondern in gegenseitiger Achtung, Wertschätzung und Liebe gedeihen und sich entwickeln können.

Herzliche Grüsse,

Cord Uebermuth.

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